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Gute Hundeschule?

ein paar provozierende Gedanken über Hundeschulen

Die Berufsbezeichnungen "Hundetrainer" und "Tierpsychologe" sind in Deutschland leider immer noch nicht geschützt. Somit kann also jeder eine Hundeschule eröffnen, der sich dazu berufen fühlt.

Dies passiert dann leider auch oft. Hausfrauen die selbst einen Hund haben und aus Langeweile gerade nichts anderes zu tun haben, Arbeitslose die meinen mit Tieren kann man easy Geld verdienen, "Hundesportler" die aus einem Hundeverein kommen und meinen, dass Sie selber mit dem Hundetraining das große Geld verdienen können. Als Qualifikation wird bei den Hundesportlern gerne ein "Trainerschein" angegeben. Studenten die sich damit Ihr Studium finanzieren usw.. Die Liste lässt sich beliebig verlängern. Was haben all diese Menschen mit einem gut ausgebildeten Hundetrainer gemeinsam? Nichts, denn diese Menschen haben oft schlichtweg keine Ahnung, was Sie den Kunden und den Hunden eigentlich Schlimmes antun.

Zum Thema Hundetrainer, Ausbildungen und Seminare, können Sie sich selbst ein Bild verschaffen indem Sie ein paar Begriffe zum Thema googeln. Seriöse Weiterbildungen werden Sie leider nur wenige finden. Können Sie sich vorstellen, ein so komplexes Thema wie Hundeerziehung in einem Fernseminar ohne Praxis zu lernen? Getoppt wird soetwas dann sicher noch mit z.B. einer angebotenen Ausbildung "In 3 Tagen zum Problemhundberater" und sonstigen lustigen Angeboten. Glauben Sie mir, diese angeblichen Ausbildungen und Weiterbildungen sind nur zu einem Zweck erfunden worden: Den Anbietern derselben ohne viel Aufwand die Taschen zu füllen.

Informieren Sie sich, Ihnen und Ihrem Hund zuliebe, wo der Trainer oder die Trainerin seine Weiterbildungen absolviert hat. Hat er überhaupt welche, sind diese von einer anerkannten Stelle wie z.B. einer IHK oder einer Tierärtzekammer ausgestellt, oder kommen diese von privaten Instituten wo man mit wenig Aufwand ein tolles Zertifikat erhält. Würden Sie Ihr Kind in einen Kindergarten geben, wo die einzige Qualifikation der Erzieherrinnen darin besteht, dass diese selber Kinder haben aber ansonsten keine fundierte Ausbildung? Oder würden Sie zu einem Arzt gehen der ein paar Fachbücher gelesen hat und seine anderen Fachkenntnisse aus dem konsumieren der Schwarzwaldklinik hat?

Schlechte oder gar nicht ausgebildete Hundetrainer und Tierpsychologen, können massiven Schaden an Hund und Halter anrichten. Nur bis der Hundehalter dies merkt, ist es oft bereits zu spät und Mann oder Frau hat einen "Problemhund" an der Leine.

Übrigens hat das LG Bochum entschieden, dass die Benutzung des Begriffs “Diplom Tierpsychologe” irreführend und damit wettbewerbswidrig ist. Denn die Verwendung der Bezeichnung ist ohne abgeschlossenes Studium an einer Hochschule oder Fachhochschule irreführend.

Dieses Ergebnis ist nachvollziehbar, da eine Nähe zu dem Begriff “Diplom Psychologe” und der Hochschulausbildung für Tierärzte besteht. Damit erweckt die Bezeichnung den unrichtigen Eindruck, dass es einen Studiengang Tierpsychologie gibt.
Quelle: LG Bochum, Urteil vom 07.11.2006, Az. 15 O 110/06

Auch von "Systemanbietern" und "Franchise Unternehmen" die manchmal sogar sehr eindrucksvoll im TV auftreten, aber deren Erziehungsmethoden bei genauerem Hinsehen und Hinterfragen doch nicht so toll funktionieren, halte ich persönlich nichts. Im Fernsehen sehen Sie leider nur das was geschnitten gesendet wird. Das was drum herum passiert, damit der "Trick" vor der Kamera so eindrucksvoll funktioniert, wird leider nicht gezeigt. Einer dieser "TV Hundeerzieher" tourt, da seine Unternehmensidee Hundeerziehung und Franchiselizenzen zu verkaufen wohl nicht mehr so richtig zu funktionieren scheint, inzwischen mit einem abendfüllenden Programm durch die Lande, das eher der Comedy zuzuschreiben ist als der ernsthaften Hundeerziehung.

Der Gedanke dem Manchen bei der "Hundenanny" kommen mag: "Die ruf ich mal an, die macht das Problem ganz schnell weg," funktioniert leider auch nicht so richtig. Glauben Sie es einfach, mit Sprühhalsband und auf das Knöpfchen drücken, lassen sich Probleme nicht lösen. Viele andere Hundehalter haben vor Ihnen diese Erfahrung schon gemacht.

Was jahrelang auf den Hundeplätzen so gelehrt wurde kann doch nicht schlecht sein oder?
Vorschlag besuchen Sie einmal einen klassischen (Schäfer-) Hundeplatz und beobachten die „Ausbildung“. Dies allein reicht bei mir manchmal schon, um mir einen Schauer über den Rücken laufen zu lassen. Überlegen Sie mal wie die Ausbildung abläuft und mit welchen Trainingsmethoden dort gearbeitet wird. Auch die Lautstärke der Kommandos ist meist beeindruckend, vor allem wenn man weiß, wie gut Hunde eigentlich hören. Ist diese "Schutzhundausbildung" wirklich sinnvoll und zielführend für einen Familienhund? Wie ist Ihre Meinung jetzt zu den Trainern die aus dem klassischen Hundeplatzumfeld kommen und Trainerlizenzen besitzen und mit diesen plakativ werben? Zum Glück gibt es inzwischen auch genügend anders ausgerichtete Hundeplätze auf denen mit modernen Methoden Hundeausbildung betrieben und hochwertige sportliche Beschäftigung angeboten wird.

Viele meiner Kollegen und Kolleginnen werben mit seitenlangen "Fortbildungen" die Sie besucht haben oder mit irgendwelchen Diplomen. Manche dieser Diplome sind so hochwertig, dass auch Sie als normaler Hundehalter nach dem Lesen einiger Dokumente und dem Überweisen einer Seminargebühr dieses Diplom zugeschickt bekommen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass durch das Absolvieren eines Fernstudiums oder mit ein paar Wochenendseminaren das nötige Wissen und Verständnis fürs Hundeverhalten vermittelt werden kann.

Als echten Kracher allerdings finde ich es, wenn jemand als so ziemlich einzige Qualifikation auf seiner Website schreibt: Themenabend | Deutsch - Hund, Hund - Deutsch. Für die die es noch nicht wissen: Das ist ein super toller kurzweiliger Vortrag eines bekannten Hundeentertainers, hat aber weder was mit Qualifikation noch mit Fortbildung für Hundetrainer im Entferntesten zu tun.

Ebenso finde ich es recht amüsant auf sehr vielen Seiten immer die gleichen Namen zu lesen, bei wem man mal ein Seminar besucht hat. Seminar heißt in den meisten Fällen, da hat einer einen Vortrag gehalten und derjenige war dabei, so wie viele andere interessierte Hundehalter auch. Ist das schon Fortbildung und zeugt dies von Kompetenz in der Hundeerziehung? Ich meine nein. Einige dieser Referenten die diese Vorträge halten wundern sich manchmal selbst, auf wessen Seiten Sie auftauchen und als Referenzen dienen sollen.

Woran erkennt der Hundehalter dann eine „gute Hundeschule“? Tja, diese Frage lässt sich leider nicht so einfach beantworten. Allerdings sollte man bei solchen Reden wie "Ihr Hund ist dominant, der Hund braucht eine starke Hand, mit Futter und Spiel wird bei uns nicht gearbeitet", schon mal vorsichtig sein. Den dominaten Hund gibt es nämlich nicht, die starke Hand braucht der Hund auch nicht. Vielleicht Konsequenz, aber sicher keine Härte. Arbeiten Sie ohne Lohn? Warum sollte dies Ihr Hund tun? Was für Sie Bestätigung und Motivation für Ihre Arbeit ist, nämlich Geld, ist für Ihren Hund Futterbelohnung und Spiel.

Ein ganz komisches Gefühl sollten Sie haben, wenn Sie über Alphatiere, Wolfsverhalten, Rangordnung und Ähnliches belehrt werden. Mit dem Wolfsverhalten das gern als Erklärung für verschiedene Trainingsmethoden wie dem Schnauzengriff und den Alphawurf herangezogen wird, ist es nicht weit her. Wolfsverhalten und Hundeerziehung haben ungefähr so viel gemeinsam wie Sylt und die Malediven. Beide sind Inseln und unsere Hunde haben 4 Beine genau wie Wölfe und sonst?

Ganz schnell abbrechen sollten Sie ein Hundetraining, wenn mit Stromhalsbändern, Sprühhalsbändern, Kettenwürgern, Wurfketten oder Änlichem gearbeitet wird.

Für meine Kollegen und Kolleginnen Hundeerzieher: "Wenn sich der eine oder andere getroffen fühlt nehmt es mit Humor oder denkt einfach mal nach ob Ihr nicht auch mal über den Tellerrand schauen möchtet. Es gibt zum Glück heutzutage viel mehr qualitativ hochwertige Fortbildungen und auch neue Erkenntnisse zum Thema Hundeerziehung wie vor ein paar Jahren. Nuzt diese doch einfach und tut den Hunden und euren Kunden etwas Gutes damit".

Falls Ihr meint diese Fortbildungen sind zu teuer, ich habe noch so den einen oder anderen Kommentar im Ohr wovon soll ich das bezahlen? Ich gebe euch gerne ein paar Stunden Nachhilfe in Betriebswirtschaft. Mit Stundensätzen von 15€ - 25€ für eine Einzellstunde klappt das sicher nicht, aber glaubt mir, der Kunde belohnt fachliche Kompetenz und Leistung von der er auch etwas hat gerne mit einem entsprechenden Honorar. Auch der Hundehalter weiß inzwischen Qualität hat seinen Preis.

Für die Hundehalter: "Es gibt viele tolle kompetente Hundeschulen die Sie besuchen können. Sprechen Sie den Trainer an, wenn Sie mit etwas nicht zufrieden sind oder lassen Sie sich die Trainingsmethode erklären". Falls als Antwort kommt: "weil es funktioniert oder weil wir das schon immer so machen", denken Sie darüber nach die Hundeschule zu wechseln. Vertrauen Sie ihrem Gefühl und ihrem Hund. Gewaltfrei ohne Strenge und Härte, dafür mit viel Spaß und Freude sollte das Training sein.

BHV